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Coolibri September 1996

Monate ist es her, da wurde der Colours Of Music Award '95-Sampler angekündigt. Ein Dutzend Bands hatte bei einem Bandwettbewerb das Velberter Rock-Café Art House als Preisträger verlassen und sollte auf CD verewigt werden. Nun ist das Ding endlich raus. Award-Gewinner Enrico Palazzo & The Leucotomics singen darauf anspruchsvoll und albern deutsch, Granoufunk spielen innovativ-schrägen Instrumental-Jazz, und Diary versuchen die Mischung aus Bon Jovi und Europe hinzukriegen. Die anderen Bands geben zumindest ihr Bestes.

Bild Düsseldorf vom 19. Februar 1996 

Weil sich ihre Lieblingsband auflösen wollte:
Sandra (15) ließ sich von Zug überfahren

Groß und schlank, dunkelblonde Haare, braune Augen - das war Sandra N. (15). Das Mädchen ist tot - Selbstmord! Es hat sich am Bahnübergang Hildener Straße auf die Gleise gestellt... Warum will ein 15jähriges Mädchen plötzlich sterben?

"Ich habe keine Ahnung", weint Mutter Evelyne. "Sandra war lebenslustig, fröhlich, hatte viele Freunde." Die Freunde - da liegt möglicherweise der Grund für die Tragödie. Sandra war der größte Fan der Düsseldorfer Rockband Nightmission, fuhr zu jedem Konzert, war in einen der sechs Musiker verliebt.

Sandra & Nightmission - diese Beziehung drohte zu zerbrechen. Die Band wollte sich auflösen. Ist Sandra damit nicht fertiggeworden? Mutter Evelyne: "Sie war sehr sensibel, hat sich über kleinste Dinge wahnsinnig viele Gedanken gemacht..."

Die Band ist erschüttert. Sänger Enrico Palazzo: "Ich kann es nicht fassen, was da passiert ist. Wir hatten gerade vereinbart, dass ich ihr Gitarren-Unterricht gebe." Nightmission hat beschlossen: "Wir bleiben zusammen - Sandra zuliebe!"

Am 2. März gibt die Gruppe ein Benefiz-Konzert: 19.30 Uhr im Hattrick in Flingern. Eintritt: 8 Mark. Das Geld geht an Sandras Eltern. Am 2. März wäre Sandra 16 Jahre alt geworden...

Express Düsseldorf vom 11. November 1995

Heavy Rock zum Wachwerden und Aufbleiben. Um 21 Uhr spielen Nightmission in der Blende an der Friedrichstraße.

Rheinische Post vom 6. November 1995

12 Bands spielten in Stadthalle um die Wette
Show so wichtig wie die Musik

Über zweihundert Bands mit einem Repertoire von Funk und Blues über Hardrock bis hin zu Heavy-Metal reichten seit Anfang des Jahres ihre Demo-Tapes zur Teilnahme am zweiten Talent Award "Colours of Music" ein. In der Vorentscheidung mit 36 Gruppen erkämpften sich zwölf die Fahrkarte zur letzten und entscheidenden Runde in der Wülfrather Stadthalle.
"Zur Teilnahme war jeder zugelassen, der Spaß an seiner Musik und noch kein Label hat", erklärt Jurymitglied Bernd Budgereit. Den Preis, als eine der zehn besten Bands auf einem CD-Sampler verewigt zu werden, wollten sich weder alteingespielte noch junge Musiker entgehen lassen. Unter den Einsendungen waren professionelle Tonstudio-, aber auch Probeaufnahmen. "Was zählt, ist nicht die Qualität der Aufnahme", stellt Budgereit heraus. "Wichtig ist das Zusammenspiel und die Aussagekraft der Kompositionen."

Für die Jury (das Publikum machte die Hälfte aus) spielte auch die Präsentation eine gewichtige Rolle. Erinnert wird sich nach der vierminütigen Songsequenz kaum noch an die Akkordfolge, um so mehr allerdings an Outfit und Bühnenshow. Kein Wunder also, dass die langen Mähnen und Gitarrenhälse bei jedem Song im größeren Radius durch die Luft geschleudert wurden.
Die eigene Präsentationsgabe einzuschätzen und in Worte zu fassen, fiel den Teilnehmern dagegen schwerer. "Wie präsentiert man sich als Schlagzeuger?" rätselt Tobias Postulka von den 'Flying Sixpacks'. "Ich glaube, es geht nicht darum, auf der Bühne zum Tier zu werden. Wir versuchen einfach, unserer Musik Tiefe und Atmosphäre zu geben", erklärt der Drummer. Mit ihren Grunge-Rhythmen zählte das Quartett zu denen der "älteren" Gruppen. Denen gegenüber stehen die härteren Klänge der "Newcomer". Doch, ob erste oder bereits häufigere Teilnahme an der Musik-Olympiade - kaum einer gab am Freitag- und Samstagabend seinen Respekt vor der starken Konkurrenz zu. Ein jeder nahm's scheinbar mit "Coolness".

"Am besten einfach loslegen, genau wie immer, dann läuft's auch mit der Show", war vorherrschendes Motto. Besonders gut lief es für folgende zehn Bands aus der Region, die auf dem ab Anfang nächsten Jahres im Handel erhältlichen Sampler zu hören sind: Neben Publikumsliebling Enrico Palazzo & The Leucotomics sind 'Diary', 'What I Got', 'Violet Subgroove', 'Level of Aggression', 'Defender', 'Granoufunk', 'Sick Pack' und die 'Flying Sixpacks' sowie 'F.O.D.' dabei, Mit größerer Nervosität als auf dem Wettbewerb fiebern die Musiker jetzt den Studioaufnahmen entgegen. Enrico Palazzo will sich in naher Zukunft über "Radio Neandertal" zu den neuen Erfahrungen äußern.

You & ME November 1995

Gute Musik im Dutzend

Mehr als 200 Bands reichten ihre Demo-Tapes ein, um am 1995er Talent-Award "Colours of Music" teilzunehmen. Damit sprengte der zuvor gestartete Aufruf des Velberter Rockcafés "Arthouse" sämtliche Erwartungen. Kein Zweifel: Der im vergangenen Jahr in der Szenekneipe an der Langenberger Straße bereits mit großem Erfolg zum ersten Mal veranstaltete Wettbewerb hatte sich scheinbar bis weit über die Grenzen des Landes herumgesprochen - anders wäre diese Resonanz kaum zu erklären.
Am 3. und 4. November jedenfalls steht in der Wülfrather Stadthalle jeweils ab 18 Uhr das Finale mit den zwölf besten Bands von "Colours of Music 1995" auf dem Programm.

Lokalanzeiger Neuss/Kaarst vom 28. September 1995

Doppelkonzert im Haus der Jugend

Wieder einmal findet im Haus der Jugend in Neuss ein Doppelkonzert statt, diesmal ausschließlich mit Heavy Metal. Es spielen die Bands 'Defender' und Nightmission. Morgen, Freitag, 29. September, 20 Uhr. 'Defender' setzt auf melodische Gitarrenläufe und Riffs, treibende Drums und drückenden Bass. Nightmission bringt eine Mischung aus vorwiegend eigenen Metal-Stücken und Coversongs von Saxon, AC/DC und Metallica & Co.

Westdeutsche Zeitung vom 28. August 1995

Melodiöse Rockmusik ließ Neviges erbeben
Rockmarathon deckte das komplette musikalische Spektrum ab

Ein Volksfest mit toller Stimmung und guter Musik. Das war das "2. Rockmarathon Open Air", das am Samstag auf dem Clubgelände an der Gewerbestraße 7 in Neviges stattfand.

Sieben Bands spielten auf dem vom Club zur Förderung junger Musiktalente, SchoPill, veranstalteten Festival über 300 Besucher kamen trotz anfänglichen Regenwetters und ihnen wurde ein abwechslungsreicher Musiknachmittag geboten.
Den Auftakt machten die Trash-Metalle von 'F.O.D.' obwohl die 'Faces of Death' erst sechs Auftritte hinter sich haben, boten sie eine überzeugende Vorstellung, die von den knapp 60 Besuchern mit "Zugabe"-Rufen honoriert wurde.
Danach folgte die selbsternannte "erste Surfmetalband" 'Ramslash'. Zwar trugen sie ihre Punk-Pop-Metal Mischung mit heavigen Gitarren und sonnigem Gesang vor, trotzdem fing es an zu regnen. Aber die Zuschauer hatten ihren Spaß bei dem Auftritt der "Heiligenhauser Ramones". Neben vielen Eigenkompositionen spielte die Band des Frontmann "Botsch" Coverversionen bekannter SOngs wie "Like a Virgin" von Madonna und "Basket Case" der US-Punkband 'Green Day'.
Als dritte Band des Tages betraten 'Mista Fidget' die Bühne, die aus einem offenen Lkw-Anhänger bestand. Die Musiker, die nach eigenen Angaben "Fidgedelic" spielt, bot eine ungewöhnliche Mischung aus Rock, Funk und Rap. Bei dem explosiven Auftritt kam auch "Schwester Sonne", wie Sängerin Diana Wißner sie bezeichnete, wieder zum Vorschein und auch die Zuschauer strömten in SCharen herbei, fast 300 begeisterte Musikfans konnten die Veranstalter nun zählen. Nur mit Klavier und Gitarre ausgestattet betrat das 'Duo Taktlos' danach die Bühne. Die beiden Musiker boten akustische Coverversionen von Songs wie "Wish you were here" von 'Pink Floyd' oder Westernhagens "Mit Pfefferminz bin ich Dein Prinz". Das Publikum war beeindruckt von den persönlichen Interpretationen der Hits.
Gegen 18 Uhr wurde die Bühne für die Heavy-Rocker Nightmission geräumt. Das Sextett aus Düsseldorf ist seit Anfang des Jahres auf Tour in Nordrhein-Westfalen und konnte auch das Velberter Publikum problemlos begeistern. Besonders Sänger Enrico unterhielt die Zuschauer mit seiner spritzigen Bühnenshow.
Einer der Höhepunkte des Tages war der Auftritt von 'Think Big'. Die vier Musiker spielten melodiösen Blues-Rock, der die Zuschauer zu wahren Applausstürmen hinriss.

Westdeutsche Allgemeine Zeitung vom28. August 1995

Vom Schnuller bis zum Nasenring
SchoPill-Rockmarathon lockt 1000 Fans an

Die einen trugen Nasenringe und kamen mit dem Motorrad, die anderen trugen Schnuller und rollten mit dem Kinderwagen an: Das 2. Rockmarathon der Nevigeser SchoPill-Initiative entwickelte sich am Samstag zu einem tollen Fest für alle Altersklassen.

"Wie hatten insgesamt gut 1000 Leute hier. Das war eine riesengeile Party", freute sich Markus Schoppa, zusammen mit Alexander Pillich Gründer und Namensgeber von SchoPill. Damit zählten die beiden mehr als doppelt soviele Fans wie bei der Premiere vor einigen Monaten - ihr Festival kann sich somit nun "Velberts größte regelmäßige Rockveranstaltung" nennen.
Auch Vertreter von Politik und Verwaltung schauten auf dem SchoPill-Gelände an der Gewerbestraße vorbei, auf dem die Wülfrather Spedition Mordhorst wieder einen riesigen Auflieger für Sattelschlepper als Bühne abgestellt hatte (gute Idee, normale Lkw-Anhänger sind dafür oft zu klein). Die Gäste zeigten sich beeindruckt von den Ideen und dem Engagement der Musiker-Initiative.
Das Festival nicht so richtig einschätzen konnten dagegen wohl zunächst übergeordnete Polizeistellen, denen die zahlreichen Plakate aufgefallen waren. Markus Schoppa und Alexander Pillich erreichte nämlich die Anfrage, ob ihre Veranstaltung so was ähnliches werden könnte wie das neulich in Hannover und ob man einen Mannschaftswagen schicken solle ...
Guten Gewissens konnten die beiden verneinen, das achtstündige Festival mit sieben Gruppen lief auch absolut friedlich ab. Dabei haben SchoPill nichts gegen uniformierten Besuch, ganz im Gegenteil: "Die Polizei war drei oder viermal mit einem Streifenwagen hier. Die Beamten haben sich umgeschaut und mit uns gesprochen. Die muss man echt mal loben", erklärte Markus Schoppa nachher.
Abräumer des Tages waren ohne Zweifel 'Darius' aus Wülfrath, die zum Abschluss anderthalb Stunden lang mit ausgefeiltem Melody-Rock begeisterten. Sie hatten viele Fans mitgebracht, die trotz nicht unerheblicher Regenfälle für Riesenstimmung sorgten. Gut kamen auch Nightmission an, deren sauberer Heavy-Metal sich an den aktuellen 'Black Sabbath'-Sound anlehnte. Mit dabei waren weiterhin 'Mista Fidget', 'Think Big', 'F.O.D.', das 'Duo Taktlos' und die langhaartragenden Lokalmatadore von 'Ramslash' mit ihrem patentierten Surfmetal.
1996 soll das dritte Festival folgen. Markus Schoppa: "Dann wollen wir mal einen echten Top-Act holen."

Westdeutsche Zeitung vom 20. März 1995

Balladen und schnelle Lieder
'Homechanix' und Nightmission spielten in der Lintorfer Manege

Fast 200 Zuschauer drängten sich am Freitag Abend in der Manege, um die seit drei Jahren bestehende Band 'Homechanix' und die Routiniers Nightmission zu erleben.

Die fünfköpfige Jugend-Band 'Homechanix' kämpfte gegen den schlechten Sound an. Ein Schlagzeuger (Martin Schlüter) hält die Band zusammen, schon mit 18 äußern sich finsterste Cowboy- und Männerfantasien. Das kürzlich produzierte Demo-Tape bietet eine ausgewogenere Klangqualität. Alles ist irgendwie nur Rock, nicht einmal Grunge, aber doch irgendwie Crossover. Lustig ist der Wechsel zwischen Ballade und schnellem Lied. Ihre Musikrichtung charakterisieren die 'Heimwerker' selbst mit Punkrockpopmetalreggaefunk. Am Ende werden die Toten Hosen mit "Auf Wiedersehen" gecovert, das letzte Lied heißt "Wir sind doof und machen Musik", und auf einmal heißt die Band 'Currywurst'. Das junge Publikum fand das jedenfalls gut. Und Sänger Arne Cechura auch.

Nightmission, seit 1984 in wechselnder Besetzung auf den Bühnen, sind Missionare aus den Welten und Untiefen jener dunklen Zeit, die die meisten Erdenbürger unter warmen Decken verbringen. Das Ratinger Sextett nutzt die Finsternis zu Inspiration ihrer harten, sägenden Riffs. In äußerlicher Aufmachung orientieren sich die Bandmitglieder an den größen amerikanischen Motorradhelden, deren Lebensphilosophie nur zwei Worte kennt: "Harley Davidson". Das Sprachrohr der Nachtmission outete sich mit dem T-Shirt-Aufdruck "Ich bin Sch...". So schlimm war die Musik zwar nicht, gut aber auch nicht: Im Klartext: Unterhaltsamer, zeitweise langweilender Heavy-Rock, anprechend instrumentiert, ohne rhythmische Schwächen. Der Großteil des Publikums entschwand da allerdings in die ersten fünf Buchstaben des Bandnamens. Ihnen hallten die Worte nach: Hart ist die Nacht, aber gerecht.

Veranstaltungsheft der Ratinger Manege von März 1995

Nightmission - die Macht der Nacht
Heavy-Rock-Blues aus Düsseldorf/Ratingen

Das Set - mit einer Dauer von gut zwei Stunden - besteht überwiegend aus eigenem Material, das von psychedelischen Schlagerelementen (Der Ludensong) über ohrgängige Rockfetzer (The Cockroaches) bis hin zu bluesigem Mainstream-Rock (Good Fellows To The Top) reicht. Die Band existiert seit 1984 mit wechselnder Besetzung. Im jetzigen Line-up besteht die Band seit 1992.

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Artikel aus der "Bild"-Zeitung vom 19.02.1996

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Foto aus der Rheinischen Post vom 06.11.1995

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Foto aus der Westdeutschen Zeitung vom 28.08.1995

 

 

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