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Tourtagebuch
Rock Hard
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Monate ist es her, da wurde der Colours Of Music Award '95-Sampler angekündigt. Ein Dutzend Bands hatte bei einem Bandwettbewerb das Velberter Rock-Café Art House als Preisträger verlassen und sollte auf CD verewigt werden. Nun ist das Ding endlich raus. Award-Gewinner Enrico Palazzo & The Leucotomics singen darauf anspruchsvoll und albern deutsch, Granoufunk spielen innovativ-schrägen Instrumental-Jazz, und Diary versuchen die Mischung aus Bon Jovi und Europe hinzukriegen. Die anderen Bands geben zumindest ihr Bestes. Bild Düsseldorf vom 19. Februar 1996 Weil
sich ihre Lieblingsband auflösen wollte: Groß und schlank, dunkelblonde Haare, braune Augen - das war Sandra N. (15). Das Mädchen ist tot - Selbstmord! Es hat sich am Bahnübergang Hildener Straße auf die Gleise gestellt... Warum will ein 15jähriges Mädchen plötzlich sterben? "Ich habe keine Ahnung", weint Mutter Evelyne. "Sandra war lebenslustig, fröhlich, hatte viele Freunde." Die Freunde - da liegt möglicherweise der Grund für die Tragödie. Sandra war der größte Fan der Düsseldorfer Rockband Nightmission, fuhr zu jedem Konzert, war in einen der sechs Musiker verliebt. Sandra & Nightmission - diese Beziehung drohte zu zerbrechen. Die Band wollte sich auflösen. Ist Sandra damit nicht fertiggeworden? Mutter Evelyne: "Sie war sehr sensibel, hat sich über kleinste Dinge wahnsinnig viele Gedanken gemacht..." Die Band ist erschüttert. Sänger Enrico Palazzo: "Ich kann es nicht fassen, was da passiert ist. Wir hatten gerade vereinbart, dass ich ihr Gitarren-Unterricht gebe." Nightmission hat beschlossen: "Wir bleiben zusammen - Sandra zuliebe!" Am 2. März gibt die Gruppe ein Benefiz-Konzert: 19.30 Uhr im Hattrick in Flingern. Eintritt: 8 Mark. Das Geld geht an Sandras Eltern. Am 2. März wäre Sandra 16 Jahre alt geworden... Express Düsseldorf vom 11. November 1995 Heavy Rock zum Wachwerden und Aufbleiben. Um 21 Uhr spielen Nightmission in der Blende an der Friedrichstraße. Rheinische Post vom 6. November 1995 12
Bands spielten in Stadthalle um die Wette Über
zweihundert Bands mit einem Repertoire von Funk und Blues über Hardrock
bis hin zu Heavy-Metal reichten seit Anfang des Jahres ihre Demo-Tapes
zur Teilnahme am zweiten Talent Award "Colours of Music" ein.
In der Vorentscheidung mit 36 Gruppen erkämpften sich zwölf die Fahrkarte
zur letzten und entscheidenden Runde in der Wülfrather Stadthalle. Für
die Jury (das Publikum machte die Hälfte aus) spielte auch die Präsentation
eine gewichtige Rolle. Erinnert wird sich nach der vierminütigen Songsequenz
kaum noch an die Akkordfolge, um so mehr allerdings an Outfit und Bühnenshow.
Kein Wunder also, dass die langen Mähnen und Gitarrenhälse bei jedem
Song im größeren Radius durch die Luft geschleudert wurden. "Am besten einfach loslegen, genau wie immer, dann läuft's auch mit der Show", war vorherrschendes Motto. Besonders gut lief es für folgende zehn Bands aus der Region, die auf dem ab Anfang nächsten Jahres im Handel erhältlichen Sampler zu hören sind: Neben Publikumsliebling Enrico Palazzo & The Leucotomics sind 'Diary', 'What I Got', 'Violet Subgroove', 'Level of Aggression', 'Defender', 'Granoufunk', 'Sick Pack' und die 'Flying Sixpacks' sowie 'F.O.D.' dabei, Mit größerer Nervosität als auf dem Wettbewerb fiebern die Musiker jetzt den Studioaufnahmen entgegen. Enrico Palazzo will sich in naher Zukunft über "Radio Neandertal" zu den neuen Erfahrungen äußern. Gute Musik im Dutzend Mehr
als 200 Bands reichten ihre Demo-Tapes ein, um am 1995er Talent-Award
"Colours of Music" teilzunehmen. Damit sprengte der zuvor
gestartete Aufruf des Velberter Rockcafés "Arthouse" sämtliche
Erwartungen. Kein Zweifel: Der im vergangenen Jahr in der Szenekneipe
an der Langenberger Straße bereits mit großem Erfolg zum ersten Mal
veranstaltete Wettbewerb hatte sich scheinbar bis weit über die Grenzen
des Landes herumgesprochen - anders wäre diese Resonanz kaum zu erklären. Lokalanzeiger Neuss/Kaarst vom 28. September 1995 Doppelkonzert im Haus der Jugend Wieder einmal findet im Haus der Jugend in Neuss ein Doppelkonzert statt, diesmal ausschließlich mit Heavy Metal. Es spielen die Bands 'Defender' und Nightmission. Morgen, Freitag, 29. September, 20 Uhr. 'Defender' setzt auf melodische Gitarrenläufe und Riffs, treibende Drums und drückenden Bass. Nightmission bringt eine Mischung aus vorwiegend eigenen Metal-Stücken und Coversongs von Saxon, AC/DC und Metallica & Co. Westdeutsche Zeitung vom 28. August 1995 Melodiöse
Rockmusik ließ Neviges erbeben Ein Volksfest mit toller Stimmung und guter Musik. Das war das "2. Rockmarathon Open Air", das am Samstag auf dem Clubgelände an der Gewerbestraße 7 in Neviges stattfand. Sieben
Bands spielten auf dem vom Club zur Förderung junger Musiktalente, SchoPill,
veranstalteten Festival über 300 Besucher kamen trotz anfänglichen Regenwetters
und ihnen wurde ein abwechslungsreicher Musiknachmittag geboten. Westdeutsche Allgemeine Zeitung vom28. August 1995 Vom
Schnuller bis zum Nasenring Die einen trugen Nasenringe und kamen mit dem Motorrad, die anderen trugen Schnuller und rollten mit dem Kinderwagen an: Das 2. Rockmarathon der Nevigeser SchoPill-Initiative entwickelte sich am Samstag zu einem tollen Fest für alle Altersklassen. "Wie
hatten insgesamt gut 1000 Leute hier. Das war eine riesengeile Party",
freute sich Markus Schoppa, zusammen mit Alexander Pillich Gründer und
Namensgeber von SchoPill. Damit zählten die beiden mehr als doppelt
soviele Fans wie bei der Premiere vor einigen Monaten - ihr Festival
kann sich somit nun "Velberts größte regelmäßige Rockveranstaltung"
nennen. Westdeutsche Zeitung vom 20. März 1995 Balladen
und schnelle Lieder Fast 200 Zuschauer drängten sich am Freitag Abend in der Manege, um die seit drei Jahren bestehende Band 'Homechanix' und die Routiniers Nightmission zu erleben. Die fünfköpfige Jugend-Band 'Homechanix' kämpfte gegen den schlechten Sound an. Ein Schlagzeuger (Martin Schlüter) hält die Band zusammen, schon mit 18 äußern sich finsterste Cowboy- und Männerfantasien. Das kürzlich produzierte Demo-Tape bietet eine ausgewogenere Klangqualität. Alles ist irgendwie nur Rock, nicht einmal Grunge, aber doch irgendwie Crossover. Lustig ist der Wechsel zwischen Ballade und schnellem Lied. Ihre Musikrichtung charakterisieren die 'Heimwerker' selbst mit Punkrockpopmetalreggaefunk. Am Ende werden die Toten Hosen mit "Auf Wiedersehen" gecovert, das letzte Lied heißt "Wir sind doof und machen Musik", und auf einmal heißt die Band 'Currywurst'. Das junge Publikum fand das jedenfalls gut. Und Sänger Arne Cechura auch. Nightmission, seit 1984 in wechselnder Besetzung auf den Bühnen, sind Missionare aus den Welten und Untiefen jener dunklen Zeit, die die meisten Erdenbürger unter warmen Decken verbringen. Das Ratinger Sextett nutzt die Finsternis zu Inspiration ihrer harten, sägenden Riffs. In äußerlicher Aufmachung orientieren sich die Bandmitglieder an den größen amerikanischen Motorradhelden, deren Lebensphilosophie nur zwei Worte kennt: "Harley Davidson". Das Sprachrohr der Nachtmission outete sich mit dem T-Shirt-Aufdruck "Ich bin Sch...". So schlimm war die Musik zwar nicht, gut aber auch nicht: Im Klartext: Unterhaltsamer, zeitweise langweilender Heavy-Rock, anprechend instrumentiert, ohne rhythmische Schwächen. Der Großteil des Publikums entschwand da allerdings in die ersten fünf Buchstaben des Bandnamens. Ihnen hallten die Worte nach: Hart ist die Nacht, aber gerecht. Veranstaltungsheft der Ratinger Manege von März 1995 Nightmission
- die Macht der Nacht Das Set - mit einer Dauer von gut zwei Stunden - besteht überwiegend aus eigenem Material, das von psychedelischen Schlagerelementen (Der Ludensong) über ohrgängige Rockfetzer (The Cockroaches) bis hin zu bluesigem Mainstream-Rock (Good Fellows To The Top) reicht. Die Band existiert seit 1984 mit wechselnder Besetzung. Im jetzigen Line-up besteht die Band seit 1992. |
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